Selbstgemachtes Rotkraut ist die Beilage, die einem Sonntagsbraten erst die richtige Note gibt. Süsssäuerlich, weich geschmort und mit feiner Gewürznote schmeckt es viel besser als jedes Glas aus dem Regal. In diesem Rezept zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du ein klassisches Rotkraut mit Apfel und Zwiebel zubereitest – je nach Region auch Blaukraut oder Rotkohl genannt.
Zutaten für 4 Portionen
Die Basis ist einfach. Ein säuerlicher Apfel und ein Schuss Essig sorgen für die typische Farbe und den runden Geschmack.
- 1 kleiner Rotkohl (ca. 800 g)
- 1 Zwiebel
- 1 säuerlicher Apfel
- 2 EL Butter oder Gänseschmalz
- 2 EL Rotweinessig
- 1 EL Zucker
- 2 Gewürznelken, 1 Lorbeerblatt
- 200 ml Apfelsaft oder Wasser
- Salz und Pfeffer
Schritt für Schritt zum aromatischen Rotkraut
Wichtig ist Geduld: Rotkraut braucht Zeit zum Schmoren, damit es weich und aromatisch wird. Wer es am Vortag kocht, wird mit noch mehr Geschmack belohnt.
- Vorbereiten: Rotkohl vierteln, Strunk entfernen und fein hobeln. Zwiebel würfeln, Apfel grob raffeln.
- Anschwitzen: Butter in einem grossen Topf erhitzen, Zwiebel glasig dünsten.
- Würzen: Zucker leicht karamellisieren, dann Rotkohl, Apfel, Essig, Nelken und Lorbeer zugeben.
- Ablöschen: Mit Apfelsaft auffüllen, salzen und zugedeckt 45 bis 60 Minuten leise köcheln lassen.
- Abschmecken: Lorbeer und Nelken entfernen, mit Salz, Pfeffer und etwas Essig oder Zucker abrunden.
Warum bleibt Rotkraut schön rot?
Die Farbe von Rotkohl hängt vom Säuregehalt ab. Mit Essig oder Apfel wird das Kraut leuchtend rot, ohne Säure wird es bläulich – daher der Name Blaukraut. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Einflüsse.
| Faktor | Wirkung auf die Farbe |
|---|---|
| Essig / Apfel (sauer) | leuchtend rot |
| neutrales Wasser | violett-blau |
| Natron (basisch) | grünlich (nicht erwünscht) |
Rotkraut in Zahlen
Kohlgemüse gehört zu den wichtigsten heimischen Wintergemüsen. Laut dem Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) zählen Kohlarten 2026 weiterhin zu den meistangebauten Freilandgemüsen der Schweiz und werden regional fast das ganze Jahr geerntet. Eine Auswertung des Schweizer Obstverbands aus dem Jahr 2026 zeigt zudem, dass Äpfel mit rund 15 Kilogramm pro Kopf und Jahr das beliebteste Obst der Schweiz bleiben – eine ideale Ergänzung im Rotkraut.
Häufige Fragen zu Rotkraut
Kann ich Rotkraut einfrieren? Ja, fertig geschmortes Rotkraut lässt sich problemlos portionsweise einfrieren und hält mehrere Monate. Einfach langsam erwärmen.
Wie wird Rotkraut nicht bitter? Ein wenig Zucker und Apfel gleichen Bitterstoffe aus. Auch eine Prise Salz und genügend Garzeit machen das Kraut milder.
Welche Gewürze passen noch? Klassisch sind Nelke und Lorbeer. Sehr gut passen auch Zimt, Wacholderbeeren oder ein Stück Orangenschale.
Fazit
Rotkraut ist eine geduldige, aber unkomplizierte Beilage, die jeden Braten aufwertet. Mit Apfel, Zwiebel und etwas Essig entsteht ein süsssäuerliches Schmorgemüse, das am nächsten Tag fast noch besser schmeckt – und sich perfekt vorbereiten lässt.
