Zu den bekanntesten Schweizer Künstlern und Designern zählen unter anderem Alberto Giacometti, Le Corbusier, Peter Zumthor und Pipilotti Rist: Sie prägten Bildhauerei, Architektur und Videokunst vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Diese Übersicht stellt zehn Namen aus Kunst und Design vor, die international Ausstellungen und Preise erhalten haben.
Die Schweiz gilt international als Hotspot für Kunst und Design, von Grafikdesign bis zu Street Art. Viele der einflussreichsten Namen der Kunstgeschichte stammen aus diesem kleinen Land, arbeiteten aber oft jahrzehntelang im Ausland. Die folgende Übersicht ordnet zehn von ihnen chronologisch nach ihrem Wirken ein und zeigt, wofür sie bekannt wurden.
1. Nelly Rudin
1888 geboren, zählte Nelly Rudin in den 1920er-Jahren zu den innovativsten Künstlerinnen ihrer Zeit. Ihre abstrakten Gemälde kreisten um Natur und menschliche Emotionen und wurden international ausgestellt. Bis heute gilt sie als eine der wegweisenden Schweizer Malerinnen des 20. Jahrhunderts. Charakteristisch für ihre Bildsprache war der Verzicht auf gegenständliche Motive zugunsten von Farbe und Form.
2. Hans Wyss
Seit den 1960er-Jahren prägte der Grafikdesigner Hans Wyss die Schweizer Gestaltung mit minimalistischen, an der Bauhaus-Bewegung orientierten Arbeiten. Seine Designs erschienen in zahlreichen Publikationen und Ausstellungen und gelten bis heute als wichtiger Teil der Schweizer Designgeschichte. Klare Linien, reduzierte Farbpaletten und eine strenge Rastergestaltung prägten seinen visuellen Stil.
3. Fischli & Weiss
Das Künstlerduo Fischli & Weiss, bestehend aus David Fischli und Peter Weiss, wurde in den 1980er-Jahren für sein humorvolles, oft ironisches Werk bekannt. Die Arbeiten der beiden wurden international ausgestellt und zählen zu den prägenden Positionen der Schweizer Gegenwartskunst; sie erweiterten dabei wiederholt, was als künstlerischer Ausdruck galt. Typisch für ihre Installationen war der Blick auf alltägliche Gegenstände, die sie in ungewohnte Zusammenhänge stellten.
4. Pipilotti Rist
Die 1962 geborene Videokünstlerin Pipilotti Rist begann in den 1980er-Jahren zu arbeiten und wurde für ihre ungewöhnlichen, oft surrealen Videoarbeiten bekannt, die sich mit Körper, Geschlecht und Sexualität auseinandersetzen. 2008 erhielt sie den Goldenen Löwen der Biennale von Venedig; ihre Werke sind heute fester Bestandteil der Schweizer Kunstszene. Farbintensive Projektionen und ein spielerischer Umgang mit Bildschirmformaten gehören zu den wiederkehrenden Merkmalen ihrer Installationen.
5. Urs Fischer
Urs Fischer, geboren 1973, arbeitet seit den 1990er-Jahren an skulpturalen Installationen, die das Verhältnis von Mensch und Natur untersuchen. 2011 erhielt er den Preis der Kölner Kunstvereinigung; seine Arbeiten wurden international ausgestellt, was ihn zu einem der bekanntesten Schweizer Künstler der Gegenwart macht. Für seine Installationen setzte er häufig ungewöhnliche Materialien ein und spielte mit Grösse, Vergänglichkeit und Illusion.
6. Charlotte Perriand
Charlotte Perriand, geboren 1903, zählte bereits in den 1920er-Jahren zu den bekanntesten Designerinnen ihrer Zeit. Ihre Entwürfe verbanden Funktionalität mit Ästhetik und wurden international ausgestellt; sie gelten bis heute als wichtiger Teil der Designgeschichte. Besonders ihre Möbelentwürfe verbanden industrielle Materialien mit klaren, funktionalen Formen.
7. Ugo Rondinone
Auch Ugo Rondinone, Jahrgang 1964, begann in den 1990er-Jahren zu arbeiten. Seine abstrakten Werke kreisen um menschliche Existenz und universelle Fragen und wurden weltweit gezeigt; 2014 erhielt er ebenfalls den Preis der Kölner Kunstvereinigung. In seinen Rauminstallationen kombinierte er häufig unterschiedliche Medien wie Malerei, Skulptur und Klang.
8. Peter Zumthor
Der 1943 geborene Architekt Peter Zumthor arbeitet seit den 1980er-Jahren an minimalistischen, funktionalen Bauten, die sich konsequent an Umgebung und Nutzern orientieren. 2009 erhielt er den Pritzker-Preis, eine der höchsten Auszeichnungen der Architektur. Regionale Baumaterialien und ein bewusster Umgang mit Licht zählen zu den Markenzeichen seiner Bauten.
9. Alberto Giacometti
Der 1901 geborene Bildhauer Alberto Giacometti gehörte bereits in den 1920er-Jahren zu den bekanntesten Künstlern seiner Zeit. Seine abstrakten Skulpturen kreisen um das Verhältnis von Mensch und Natur und wurden weltweit ausgestellt. Giacometti gilt bis heute als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts. Seine schmalen, stark reduzierten Figuren zählen zu den bekanntesten Bildwerken der Kunst des 20. Jahrhunderts.
10. Le Corbusier
Le Corbusier, geboren 1887, zählte in den 1920er-Jahren zu den bekanntesten Architekten seiner Zeit. Seine minimalistischen, funktionalen Entwürfe stellten die Bedürfnisse der Nutzenden in den Mittelpunkt und wurden weltweit rezipiert. Bis heute gilt er als einer der einflussreichsten Architekten des 20. Jahrhunderts. Mit Prinzipien wie Stützpfeilern, Dachgärten und offenen Grundrissen prägte er die moderne Architektur nachhaltig.
Kurzfakten: Die Top 10 Schweizer Künstler und Designer im Überblick
Von Nelly Rudin bis zu Le Corbusier zeigen die vorgestellten Namen, wie breit gefächert Schweizer Kunst und Design über ein Jahrhundert hinweg wirkten, von der Malerei über die Bildhauerei bis zur Architektur. Die folgende Tabelle fasst Namen und Geburtsjahre noch einmal kompakt zusammen:
| Künstler | Geburtsjahr |
|---|---|
| Nelly Rudin | 1888 |
| Hans Wyss | 1928 |
| Fischli & Weiss | 1981 |
| Pipilotti Rist | 1962 |
| Urs Fischer | 1973 |
| Charlotte Perriand | 1903 |
| Ugo Rondinone | 1964 |
| Peter Zumthor | 1943 |
| Alberto Giacometti | 1901 |
| Le Corbusier | 1887 |
Diese zehn Namen sind nur ein Ausschnitt: Zahlreiche weitere Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz haben Kunst und Design massgeblich mitgeprägt. Wer sich für die Zeit vor dem 20. Jahrhundert interessiert, findet bei Ferdinand Hodler und Paul Klee zwei weitere zentrale Figuren der Schweizer Kunstgeschichte. Wie Fischli & Weiss sagten: „Kunst ist ein Weg, die Welt zu verstehen.“ Ebenfalls interessant sind Der Studerstein, Der Blaue Reiter, Happening und Emil Theodor Kocher.
