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Paul Klee (1879–1940) war ein schweizerisch-deutscher Maler, Grafiker und Kunsttheoretiker, dessen rund 9000 Werke heute grossteils im Zentrum Paul Klee in Bern bewahrt werden – der weltweit grössten Sammlung zu einem einzigen Künstler.
Paul Klee gehört zu den einflussreichsten Künstlern der klassischen Moderne. Seine Bilder verbinden Farbe, Linie und Poesie zu einer ganz eigenen Bildsprache. Wer sich in Bern mit Kunst beschäftigt, kommt an Klee nicht vorbei: Die Stadt beherbergt sein künstlerisches Erbe und macht es im Jahr 2026 für Besucherinnen und Besucher aus aller Welt zugänglich.

Leben und Werdegang
Paul Klee kam am 18. Dezember 1879 in Münchenbuchsee bei Bern zur Welt. Er wuchs in einem musikalischen Elternhaus auf und spielte selbst hervorragend Geige. Lange schwankte er zwischen Musik und bildender Kunst, entschied sich aber schliesslich für die Malerei und studierte ab 1898 in München. 1906 heiratete er die Pianistin Lily Stumpf, mit der er einen Sohn, Felix, bekam.
Eine Reise nach Tunesien im Jahr 1914 wurde zum Schlüsselerlebnis. Klee notierte den oft zitierten Satz, die Farbe habe ihn fortan ganz erfasst. Ab diesem Zeitpunkt wurde Farbe zum zentralen Mittel seiner Kunst. Von 1921 bis 1931 lehrte Klee am Bauhaus in Weimar und Dessau, der wichtigsten Gestaltungsschule der Moderne. Dort unterrichtete er Gestaltungslehre und entwickelte seine berühmten Theorien über Form und Farbe weiter.
1933 entzogen ihm die Nationalsozialisten seine Professur in Düsseldorf. Klee kehrte daraufhin nach Bern zurück, in die Stadt seiner Kindheit. Dort entstanden trotz schwerer Krankheit noch hunderte Werke. Seine letzten Jahre waren von der Sklerodermie gezeichnet, doch seine Schaffenskraft blieb ungebrochen. Allein im Jahr 1939 schuf er über 1200 Arbeiten, ein eindrücklicher Beleg seines Fleisses.
Stil und künstlerische Bedeutung
Klees Werk lässt sich keiner einzigen Strömung zuordnen. Es berührt Elemente des Expressionismus, des Kubismus und des Surrealismus, bleibt aber stets unverwechselbar. Charakteristisch sind feine Linien, leuchtende Farbfelder und ein spielerischer Humor. Klee suchte das Elementare und verglich seine Arbeit oft mit der Natur, die Formen wachsen lässt.
Seine theoretischen Schriften, etwa das «Pädagogische Skizzenbuch», prägen den Kunstunterricht bis heute. Damit steht Klee neben Künstlern wie Ferdinand Hodler und Joan Miró, die das 20. Jahrhundert entscheidend formten.
Klee arbeitete in vielen Techniken. Er malte mit Aquarell und Öl, zeichnete, druckte und experimentierte mit neuen Materialien wie Kreide auf Jute oder Gips. Seine Bilder tragen oft poetische Titel, die den Betrachter zum Nachdenken anregen. Werke wie «Die Zwitschermaschine» oder «Senecio» zeigen, wie er Witz, Musik und Bildkomposition verband. Für Klee war das Sichtbarmachen wichtiger als das Abbilden – ein Grundsatz, der die ganze moderne Kunst beeinflusste.
Wichtige Werke und Lebensstationen
| Jahr | Ereignis oder Werk |
|---|---|
| 1879 | Geburt in Münchenbuchsee bei Bern |
| 1914 | Tunesienreise – die Farbe wird zum Hauptthema |
| 1920 | «Angelus Novus», später im Besitz von Walter Benjamin |
| 1921–1931 | Lehrtätigkeit am Bauhaus |
| 1933 | Entlassung durch die Nationalsozialisten, Rückkehr nach Bern |
| 1940 | Tod in Muralto bei Locarno |
Das Zentrum Paul Klee in Bern
Das 2005 vom Architekten Renzo Piano erbaute Zentrum Paul Klee am Stadtrand von Bern bewahrt rund 4000 Werke Klees und ist damit die grösste Sammlung zu einem einzigen Künstler weltweit. Insgesamt umfasst Klees Gesamtwerk etwa 9000 Arbeiten. Die geschwungenen Hügel des Gebäudes sind selbst ein Kunstwerk. Wer Klee in Bern erlebt, sollte den Besuch mit dem Kunstmuseum Bern verbinden, das ebenfalls bedeutende Klee-Bestände hält.
Bern bietet darüber hinaus reiche kulturelle Vielfalt. Neben der Kunst lohnen das Historische Museum Bern und das Naturhistorische Museum Bern einen Besuch. Wer sich für Wissenschaftsgeschichte interessiert, findet in Emil Theodor Kocher einen weiteren grossen Berner.
Das Zentrum Paul Klee ist mehr als ein Museum. Es versteht sich als lebendiger Ort der Begegnung mit Musik, Theater und Vermittlung. Ein eigenes Kindermuseum lädt Familien zum Mitmachen ein und macht die Welt Klees auf spielerische Weise zugänglich. Wechselausstellungen setzen Klees Werk regelmässig in Beziehung zu anderen Künstlern der Moderne und der Gegenwart.
Klee und die moderne Kunst
Paul Klee ist ohne den Kontext der modernen Kunst nicht zu verstehen. Seine Nähe zur abstrakten Formensprache und seine Experimentierfreude verbinden ihn mit Bewegungen wie der Art Brut, deren rohe, ungeschulte Ausdruckskraft Klee schätzte. Er sammelte Kinderzeichnungen und Werke psychisch kranker Menschen, weil er darin Ursprünglichkeit erkannte.
Häufige Fragen zu Paul Klee
Wo kann ich Werke von Paul Klee in Bern sehen?
Die grösste Sammlung befindet sich im Zentrum Paul Klee in Bern mit rund 4000 Arbeiten. Auch das Kunstmuseum Bern zeigt bedeutende Werke des Künstlers.
Wie viele Werke schuf Paul Klee?
Klee hinterliess ein Gesamtwerk von etwa 9000 Arbeiten, darunter Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen.
Welcher Kunstrichtung gehörte Paul Klee an?
Klee lässt sich keiner einzigen Richtung zuordnen. Sein Werk verbindet Elemente von Expressionismus, Kubismus und Surrealismus zu einer eigenen Bildsprache.
War Paul Klee Schweizer?
Klee wurde bei Bern geboren und besass die deutsche Staatsbürgerschaft seines Vaters. Eine schweizerische Einbürgerung wurde ihm zu Lebzeiten nicht mehr gewährt, obwohl er sie kurz vor seinem Tod 1940 beantragt hatte.
Fazit
Paul Klee verbindet Bern mit der Weltkunst. Sein Werk von rund 9000 Arbeiten, seine theoretische Klarheit und das Zentrum Paul Klee machen die Stadt 2026 zu einem zentralen Ort für alle, die moderne Kunst verstehen wollen. Ein Besuch lohnt sich für Kennerinnen ebenso wie für Neugierige.
